Mar 26, 2016

Essgewohnheiten...

... und wie sich diese verändern können!

Von vielen Leuten haben wir immer wieder gehört, dass es in Amerika (resp. Kanada) kein "richtig" knuspriges Brot gibt und auch der Käse nicht wie in der Schweiz schmeckt, weil gummig oder so. Stimmt schon, der hiesige "Swiss Cheese" hat herzlich wenig mit Schweizer Käse zu tun. Und oft ist das Brot vom Supermarkt im Plastikbeutel abgepackt und daher per se weich.

Aber hier die Entwarnung: wenn man will, findet man hier genauso knuspriges Brot, eine Züpfe oder sogar original Gruyère aus der Kaltbach Höhle. Viele dieser Produkte europäischer Herkunft, wie auch Parmesan und Babybel sind in der Spezialitäten-Abteilung grösserer Märkte für einen etwas höheren Preis als in der Schweiz erhältlich. Oder ein Auswanderer hat es gewagt, mit den Produkten und Spezialitäten seiner Herkunft ein Geschäft zu eröffnen und damit seine Landsleute und alle anderen Neugierigen zu erfreuen (ich meine jetzt eher nicht die Pizza). Gerade auf der Granville Island, einer Halbinsel südlich von Downtown, gibt es unzählige kleine Spezialitäten-Geschäfte im Public Market, einer riesigen Markthalle.

Die Frage ist, ob es denn immer dieser seit jeher gewohnte Käse sein muss, oder ob es auch mal was anderes sein darf? Hier unsere Story, die sich ganz sicher wenig spektakulär anhört, aber uns immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

(1) Seit Jahren war es mir ein Rätsel, was die Nordamerikaner der (hier sehr populären) Peanut Butter abgewinnen konnten. Ich hab sie oft versucht und konnte mich doch nie "erwärmen". Bis jetzt: heute snacken Sven und ich täglich (oder noch öfter) einen knackigen süss-sauren Apfel zusammen mit frischer "chunky" Peanut Butter. Super lecker! Ich muss langsam das Verhältnis von Apfel zu Peanut Butter im Auge behalten, da es sich zu sehr in die eine Richtung verschiebt... ;-) Und Nachschub gibt's im Supermarkt von man die gerösteten Erdnüsse selber zu Peanut Butter verarbeiten kann - sehr zum Spass der Kinder.

(2) Avocados gehören seit unserem letztjährigen Kalifornien-Abenteuer definitiv zu unseren Lieblingsspeisen. Und auch die hier in Vancouver erhältlichen sind sie gross, sehr creamy und gerade genussbereit.

(3) Wasser. Das ist nun wirklich eine Knacknuss! Sicher habe ich in den letzten Jahren viele meiner Essgewohnheiten geändert oder angepasst. Aber Chlor-haltiges Wasser, wie es hier aus dem Wasserhahn kommt oder in den Restaurants serviert wird, konnte und kann ich immer noch nicht mit Genuss trinken. In den ersten Wochen haben wir "aus der Not" heraus Wasser in Kanistern gekauft. Was mir sehr widerstrebt. Aus ökologischen und finanziellen Gründen, aber auch weil es oft nicht gut schmeckt. Und da ist uns der "Zufall" zu Hilfe gekommen: bei einer Fahrt zum Lynn Headwaters Regional Park, ganz in der Nähe unserer Wohnung, habe ich Leute beobachtet, wie sie am Strassenrand bei einer Quelle Wasser in grosse Flaschen abgefüllt haben. Wie sich später herausstellte, benutzt unser Landlord Ryan dieses Wasser auch selber zum Bierbrauen. Nun fahren wir selber regelmässig hin und füllen Wasser ab. Und es schmeckt wirklich sehr gut - Quöllfrisch, halt ;-)
Obwohl wir mittlerweile einige Leute kennen, die das Wasser trinken, aber eben auch kritische Stimmen gehört haben, kochen wir das Trinkwasser ab. Was zugegebenermassen auch nicht sehr ökologisch ist...

Warten wir mal ab. Vielleicht ändern sich meine Meinung und Essgewohnheiten wieder ;-)

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