Jul 8, 2017

Manchmal braucht es eine kleine Ausrede

Zugegeben, ich bin ein kleiner Wanderfritz (und Trophyjäger). Nicht dass mir schnell langweilig wird oder dass ich es zu Hause nicht aushalten würde. Eher im Gegenteil. Gerade weil ich von der Arbeit her etwas zu sehr beschäftigt bin, geniesse ich die Ruhe der Natur umso mehr. Aber wenn es dann heisst, los Kinder, bereit machen für eine Wanderung, kann man sich vorstellen, wie schnell das Gejammer losgeht, von "nicht schon wieder!" über "wir bleiben zu Hause und spielen mit den Nachbarn" zu "muss es immer eine Wanderung sein?". Ja, es muss. Und dies mit gutem Grund. Wenn es am Samstagmorgen nach einem feinen Brunch und zwei Stunden friedlichem Spielen zum ersten Mal zu "kriselen" anfängt, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, um das Startsignal zu geben (ok, wir wären nun bei der "Ausrede" angelangt). Es ist ja zum Wohle der ganzen Familie :)

Aussicht vom St. Marks Summit auf Bowen Island, Gambier Island und Gibsons. Genau dort, wo wir eine Woche zuvor am Segeln waren
Der Tagesrucksack ist schnell gepackt. Genügend Wasser (hatten wir das nicht schon?), ein paar Snacks und los gehts. Wir parken das Auto in der Cypress Bowl auf 900 m.ü.M., genau da wo ich im Winter im tiefsten Neuschnee powdern war. Was im Winter notwendig ist auch im Sommer nicht verkehrt: ein bisschen extra Höhe als Starthilfe und schon bald kann man die ersten atemberaubenden Aussichten geniessen. Ahh, genau: Auf diversen Internetseiten wurde darauf hingewiesen dass "oben" noch Schnee liegt. Wir sind gespannt...

Und tatsächlich erreichen wir bald die ersten Schneefelder. Was mit unseren Hiking Schuhen mit Leichtigkeit zu bewältigen ist, scheint für die vielen asiatischen Mit-Wanderer mit den flachen Schuhsohlen ein fast aussichtsloses Unterfangen zu werden. Wir wollen den ganzen Spass haben und rutschen wieder und wieder die steilen Schneehänge hinunter. Zum Glück zaubert am Schluss der Papa noch trockene Socken für alle aus dem Rucksack.

So vergehen die zwei Stunden Aufstieg zum "Gipfel" wie im Fluge. Es ist dann eher eine Felsnase, aber mit beeindruckender Aussicht und senkrecht abfallenden Felswänden. Diesmal reicht der Wasservorrat bis zum Schluss. Die richtige Strategie und Rationierung wird auf dem Rückweg ausgiebig diskutiert (aha, was gelernt?). Am Schluss, weil's ja so schön am Heimweg liegt, gibt es doch noch zur Belohnung eine Mango Glacé bei Brazza Gelato & Coffee an der Lonsdale Avenue.

Die vielen Schneefelder (und das im Juli!) laden zum "tschurren" ein

Grandiose Aussicht auf den Howe Sound

Gut gemacht. Von 1'371 m geht's gleich runter auf Null.

Blick runter auf den Sea to Sky Highway (Highway 99)

Kleine Rast auf dem Abstieg

Die verdiente Belohnung! (auch ohne dass diesmal der Wasservorrat ausgegangen ist) 

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