Traditionen sind da so eine Sache. Wir sind offen für Neues und "saugen" unsere neue Umgebung richtiggehend auf. Es gibt so viel zu entdecken! Und trotz unserer Neugierde wollen wir nicht mit den Traditionen brechen. Ich erinnere mich sehr gut, dass meine Eltern zu Hause eine Mühle hatten (oder immer noch haben?) und wie sie mit dem frisch gemahlenen Mehl feines Brot buken. Vage kann ich mich noch an den üblen Geruch von Sauerteig erinnern.
Bei der Arbeit habe ich zufälligerweise Rado kennengelernt - ein Slowake, der vor sechs Monaten mit seiner Familie nach Kanada immigriert ist. Nebst diesen teilen wir weitere Gemeinsamkeiten: Wir beide biken bei jedem Wetter zur Arbeit. Sind sehr outdoorsy. Und: wir beide haben ein Flair für knuspriges Brot. Er backt jede Woche sein frisches Brot (http://buransky.com/baking/sourdough-rye-bread).
Über unsere Essgewohnheiten habe ich ja vor einem Jahr schon geschrieben (http://vantigers.blogspot.ca/2016/03/essgewohnheiten.html). In Plastik abgepacktes Gummi-Brot kann einem mit der Zeit schon auf die Nerven gehen. Trotzdem: Mit der Zeit haben wir ein paar Favoriten gefunden. Nichts richtig Knuspriges. Aber mit feinem Geschmack. Dave's Killer Bread (http://www.daveskillerbread.com), so schräg der Name tönt, ist einer davon. Brot vom lokalen Artisan Bake Shoppe (http://artisanbakeshoppe.ca) ist der andere Favorit. Die Spezialität sind dunkles Roggenbrot und Pumpernickel. Nicht überraschend sind die beiden Besitzer aus Deutschland...
Wer jetzt eins plus eins zusammenzählt. Genau: der Selbstzweck. Ich habe mein Backhobby um eine weitere Spezialität erweitert: ich backe nun dunkles, knuspriges Sauerteig Roggenbrot. Nicht zu sauer - gerade richtig und noch schön feucht. Auf jeden Fall feuchter als ein Walliser Roggenbrot. Aber ungefähr genauso gefährlich zum Schneiden... (Ihr wisst was ich meine?!) Rado hat das Rezept und den Sauerteig Starter beigesteuert. Seitdem ist es ein Selbstläufer... Wir lieben es! Und das Beste: für Verena ist es weit verträglicher als die Hefezüpfe. Keine Magenbeschwerden mehr. Aber auch nicht so schnell zubereitet. Generell braucht es zwei bis drei Tage vom ersten Nähren des Sauerteigs bis das frische Brot duftend aus dem Backofen kommt. Herrlich zu Käse und einem Glas Rotwein. Tradition? Fragt Klaus und Bettina :) Zufälle? Gibt es nicht ;)
| Der langen Rede kurzer Sinn: ein Bild kann das Ergebnis nur ungenau wiedergeben... |
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