Apr 22, 2017

Die Bikesaison ist eröffnet!

Ok, zugegeben: die Bikesaison an der North Shore geht nie wirklich zu Ende. Die meisten Biker die ich kenne fahren year-round. Der Schnee kommt ja meist nur bis knapp unterhalb Grouse Mountain, so zwischen 800 und 900 Meter. Und mein Lieblingstrail 7th Secret startet gerade unterhalb der 800m Marke. Wegen dem ungewöhnlich vielen Schnee habe ich mir eine lange Bikepause gegönnt. Und dank dem Bike Commute verbrachte ich immer noch viel Zeit im Sattel. Ich war also nicht total out-of-shape :) So machte ich also mit Matt meine erste Tour der Saison. Trotz dem lang andauerndem Niederschlag der letzten Zeit sind die Trails in hervorragendem Zustand (@Kusi, kannst dich wirklich freuen). Pipeline war wie immer eine grosse Herausforderung (wegen der sehr technischen Holzpassagen, sprich Skinnies, die bei nassem Wetter noch schwieriger zu fahren sind). Während Expresso einfach super flowig ist und mit den vielen "Features" einfach riesig Spass macht. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten das Capra sei speziell für die North Shore Trails designed worden :) Und wow, innerhalb von zweieinhalb Stunden erlebten wir etliche Wetterwechsel, für die Vancouver so bekannt ist: Von einfach bewölkt, über strömender Regen, dichter Nebel bis zu Hagel, der innerhalb von Minuten den ganzen Waldboden in eine weisse Fläche verwandelte. Zum Schluss zeigte sich das Wetter versöhnlich, mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein, als ob es nie anders gewesen sei. Willkommen in Vancouver, wo du nie ohne Sonnenbrille UND Regenschirm das Haus verlässt (@Gempelers: ich hoffe ihr habt die Regenjacken eingepackt).


Apr 16, 2017

All in One

Wie viel Zeit wir wohl schon im Coal Harbor beim Bestaunen der Wasserflugzeuge und deren Start- und Landemanöver verbracht haben? Bis Verena spontan den Vorschlag brachte am Ostersonntag wieder Mal "Tourist" zu spielen und (endlich) einen kleinen Rundflug über Vancouver zu machen.

Die de Havilland Beaver - gebaut als "Buschflugzeug", hebt schon nach wenigen Metern ab

Unser fliegender und schwimmender Biber Baujahr 1958

Das Innenleben des Bibers ist sehr spartanisch und grösstenteils mechanisch
So. Starten wir also zum Rundflug. Während zwanzig Minuten kurven nun über Vancouver und der North Shore. Wir fliegen quasi alle unsere Lieblingsplätze in Vancouver und West Vancouver an:

#1 Stanley Park und Lions Gate Bridge: Noch vor ein paar Wochen sind wir vier mit den Bikes dem Seawall entlanggefahren. Noch etwas früh in der Saison ist es noch zu wenig warm um gemütlich an den Beaches zu faulenzen. Kommt schon, kommt schon. Wir warten auf einen schönen und warmen Sommer. Das hätten wir schon verdient, oder? Nach diesem super kalten und nassen Winter...
Lions Gate Bridge und Stanley Park

#2 Lighthouse Park: Bekannterweise mein absoluter Favorit (und längst kein Geheimtipp mehr). Da lässt sich eine kurze Wanderung im dichten Regenwald, etwas sünnelen auf den grossen Steinen direkt am Meer und ein feines Latte in Dundarave Village wunderbar verbinden. Unsere beiden Lieblingsplätze geben wir trotzdem nicht bekannt. Kommt selbst her und seht... ;)
Lighthouse Park
#3 Whytecliff Park: Wer erinnert sich an Sven's nasse Füsse? Heute wäre der Felsen trockenen Fusses zu erreichen gewesen. Immer wieder bereit für ein schönes Abenteuer :) Der Park eignet sich auch hervorragend für ein abendliches Picnic bei Sonnenuntergang (und kleinen Klettereinlagen der Kids).
Whytecliff Park
#4 Sea to Sky Highway und Howe Sound: Dieser Highway hat sich mittlerweile fast so fest in unser Gedächtnis eingebrannt wie das Kandertal von Spiez nach Adelboden. Ob zu einer Biketour nach Squamish, bei Schneefall und schneebedeckter Strasse unterwegs in ein Skiweekend nach Whistler, einem Hike auf den Chief, dem Yoga Teacher Training in Squamish oder einfach nur für einen kleinen Sonntags-Ausflug: dieser atemberaubende Highway ist immer wieder einen "Besuch" wert.
Howe Sound
#5 Vancouver: Ich behaupte wir haben im letzten Jahr schon viel von Vancouver gesehen. Aber diese Sicht war total neu und absolut der Hammer! Da gibt es nichts hinzuzufügen... #VancouverIsAwesome :)
Zu guter Letzt: Vancouver Downtown

Apr 14, 2017

Hobby? Tradition? Zufall? Oder purer Selbstzweck?

Etwas ungewöhnlich, dennoch würde ich sagen, dass Backen eines meiner Hobbies ist. Ich weiss nicht was die Faszination ausmacht: den schlamm-ähnlichen Teig mit den Händen zu bearbeiten. Oder zu sehen wie das Endergebnis im Backofen entsteht. Eine feine Anke-Züpfe ist vermutlich mein populärstes Erzeugnis. Um den Kindern eine Freude zu machen, habe ich mich mit Muffins versucht. Ok, Jaël hat mich da bereits "überholt" und backt mittlerweile die besseren und vor allem luftigeren Muffins.

Traditionen sind da so eine Sache. Wir sind offen für Neues und "saugen" unsere neue Umgebung richtiggehend auf. Es gibt so viel zu entdecken! Und trotz unserer Neugierde wollen wir nicht mit den Traditionen brechen. Ich erinnere mich sehr gut, dass meine Eltern zu Hause eine Mühle hatten (oder immer noch haben?) und wie sie mit dem frisch gemahlenen Mehl feines Brot buken. Vage kann ich mich noch an den üblen Geruch von Sauerteig erinnern.

Bei der Arbeit habe ich zufälligerweise Rado kennengelernt - ein Slowake, der vor sechs Monaten mit seiner Familie nach Kanada immigriert ist. Nebst diesen teilen wir weitere Gemeinsamkeiten: Wir beide biken bei jedem Wetter zur Arbeit. Sind sehr outdoorsy. Und: wir beide haben ein Flair für knuspriges Brot. Er backt jede Woche sein frisches Brot (http://buransky.com/baking/sourdough-rye-bread).

Über unsere Essgewohnheiten habe ich ja vor einem Jahr schon geschrieben (http://vantigers.blogspot.ca/2016/03/essgewohnheiten.html). In Plastik abgepacktes Gummi-Brot kann einem mit der Zeit schon auf die Nerven gehen. Trotzdem: Mit der Zeit haben wir ein paar Favoriten gefunden. Nichts richtig Knuspriges. Aber mit feinem Geschmack. Dave's Killer Bread (http://www.daveskillerbread.com), so schräg der Name tönt, ist einer davon. Brot vom lokalen Artisan Bake Shoppe (http://artisanbakeshoppe.ca) ist der andere Favorit. Die Spezialität sind dunkles Roggenbrot und Pumpernickel. Nicht überraschend sind die beiden Besitzer aus Deutschland...

Wer jetzt eins plus eins zusammenzählt. Genau: der Selbstzweck. Ich habe mein Backhobby um eine weitere Spezialität erweitert: ich backe nun dunkles, knuspriges Sauerteig Roggenbrot. Nicht zu sauer - gerade richtig und noch schön feucht. Auf jeden Fall feuchter als ein Walliser Roggenbrot. Aber ungefähr genauso gefährlich zum Schneiden... (Ihr wisst was ich meine?!) Rado hat das Rezept und den Sauerteig Starter beigesteuert. Seitdem ist es ein Selbstläufer... Wir lieben es! Und das Beste: für Verena ist es weit verträglicher als die Hefezüpfe. Keine Magenbeschwerden mehr. Aber auch nicht so schnell zubereitet. Generell braucht es zwei bis drei Tage vom ersten Nähren des Sauerteigs bis das frische Brot duftend aus dem Backofen kommt. Herrlich zu Käse und einem Glas Rotwein. Tradition? Fragt Klaus und Bettina :) Zufälle? Gibt es nicht ;)

Der langen Rede kurzer Sinn: ein Bild kann das Ergebnis nur ungenau wiedergeben...