Kürzlich, als ich mit einem meiner Mitarbeiter sprach, ist mir bewusst geworden, wie viele schöne Erfahrungen wir hier bisher bereits gemacht haben. Die letzten 18 Monate kommen mir vor wie ein sehr langer, intensiver Urlaub. Der Mitarbeiter hingegen meinte, er sein ein lausiger "Tourist": wohnt seit zwei Jahren in Vancouver und hat ausserhalb von Downtown noch kaum was von der Gegend gesehen. Das können wir nicht behaupten. Sicher gibt es viele schöne Ecken, wo wir noch nicht waren. Gegenüber dem, was man in den "üblichen" Ferien von Vancouver zu sehen kommt, haben wir hingegen schon einen ziemlichen Vorsprung.
Dieses lange Wochenende war jedoch ein ganz spezielles: Erstens hatten wir Besuch von Trachsels und zweitens waren wir seit 14 Jahren nicht mehr auf Vancouver Island zu Besuch. Also gleich zwei wunderbare Begebenheiten an ein- und demselben Wochenende. So was wie Mini-Ferien.
Und weil uns das Glück wie üblich zur Seite stand, konnten wir quasi Last Minute ein Cottage "by the Sea" für 2 Familien und die Fähren buchen. Die An- und Rückfahrt war lang, je fast 7h. Sehr lang sogar für ein verlängertes Wochenende. Aber es hat sich gelohnt...
Vancouver Island
Vancouver Island hat etwa so wenig mit der Stadt Vancouver gemeinsam wie der hier verbreitete "Swiss" mit echtem Schweizer Käse. Wir trafen ein kleines Paradies an: mit wunderbaren Stränden, wilder Küste, vielen gewundenen Pfaden gespickt mit phantastischer Aussicht und dem kanada-typischen dichten Wald.
 |
| Wunderbarer Blick auf den Schooners Beach |
Die Überfahrt auf der Fähre
 |
| Um den Duke Point in Nanaimo zu erreichen, muss die Fähre bei voller Fahrt eine krasse Linkskurve um den Leuchtturm der Entrance Island einlegen. |
 |
| Nach einer langen Überfahrt (von läppischen 2h) gibt es für die fast verhungerten Kids Fish Burger bei Trollers Fish & Chips |
Ukee (aka Ucluelet)
Ucluelet ist ein kleines Fischerdorf und Ausgangslage für unsere Entdeckungsreisen, sei es zum nahegelegenen Amphitrite Point Lighthouse, dem wunderschönen Wild Pacific Trail, dem Long Beach oder dem anderen kleine Fischerdörfchen Tofino.
Übrigens: Der Tsunami Evacuation Plan des Long Beach Surf Shop lautet: 1. Grab Beer, 2. Run Like Hell :) Glücklicherweise mussten wir zweiteres nicht praktizieren.
 |
| 3.5m Unterschied zwischen Ebbe und Flut erfordern eine besondere Bauweise der Piers (und schon fast Kletterkenntnisse für Besucher) |
 |
| Die wilde Pazifikküste für die der 75km lange West Coast Trail so berühmt ist. |
 |
| Das gäbe einen Monster Rhabarber Kuchen :) (wenn's denn auch Rhabarber ist...) |
 |
| Beim Beobachten der Seeanemonen, die sich sofort schliessen, sobald Sven eine Muschel reingelegt hat. |
 |
| Ohne Worte - Genuss pur für's Auge! (c) by Role |
Long Beach
Nächster Halt Japan. Vom Long Beach aus schaut man westwärts gleich rüber zur "nächsten" Insel - läppische 7'000km entfernt.
 |
| Jaël liebt das flauschige Badetuch von Gotte Ursula |
 |
| Gross und Klein geniessen das Strandleben. Sei es beim Sonnenbaden oder Ketchup-Türmli bauen. Kleiner Dämpfer: das Wasser ist zu kalt und zu gefährlich zum Baden. |
 |
| Die von Onkel Stefan produzierten Sandbälle leben nicht lange... |
 |
Im Gleichschritt zum Händewaschen - ein aussichtsloses Unterfangen:
es ist einfach zu verführerisch die Hände im warmen Sand zu vergraben |
Schooner Cove Trail
Kleiner aber feiner Trail durch den dunklen Wald zum Schooners Beach.
 |
| Baum wächst auf Baum (und so weiter...) |
 |
| Warum wurde in der Kurve wohl zusätzlicher Platz eingerechnet? Zum Kreuzen? Kinderwagen tauglich ist der Trail jedenfalls nicht. Schön siehts trotzdem aus. |
 |
| Wenn man dann endlich aus dem Schatten heraustritt, erwartet einem eine wunderbare Aussicht |
 |
Blick rüber zum Long Beach
|
Fazit: Wir hatten Besuch und waren selber Besucher. Auf einer gemütlichen, idyllischen Insel, wo das Leben langsamer und entspannter zu gehen scheint als in der gleichnamigen, hektischen Metropole. Zum Glück haben die Fähren nur eine begrenzte Kapazität (die allerdings gut ausgenutzt wird). So bleibt dieser wunderbare Flecken Erde etwas geschont.
Fun Fact: Täglich werden nur 75 Bewilligungen für Hiker des West Coast Trails ausgegeben.
Was zum Schmunzeln: Und wieder waren wir grausame Eltern. Alle beide. Denn erneut mussten die Kinder auf einer kurzen Wanderung (diesmal jedoch bei deutlich wärmeren Temperaturen) fast vor Durst sterben, weil die Wasserflasche schon nach einem Drittel des Weges leer war. Und diesmal haben wir eindeutig gegen die "Regel" verstossen und keinen Schluck Wasser nach Hause gebracht. Die Erwachsenen hatten dabei aber keine Probleme - es scheint als unser Körper (oder ist es das Hirn?) nicht ganz so digital funktioniert. Zum Glück hatten wir unterwegs Empfang und Yelp konnte uns den kürzesten Weg zu einer Gelateria weisen. Lessons learned: Solange die Kinder am Schluss einer Wanderung mit Glace verwöhnt werden, kümmern sie sich beim Start nicht darum wieviel Wasser wir dabei haben und rationieren es unterwegs auch nicht. So geht das :)