Nov 27, 2016

Der Winter ist da

Seit ungefähr Anfang Oktober kennt Verena nur noch ein Ziel: dem intensiven, andauernden und super lästigen Vancouver-Regen zu entfliehen. Für lange Zeit kam da zuerst (und ausschliesslich) der warme Süden in Frage. Wer jetzt an Kalifornien denkt liegt nicht weit daneben :) Denn ein Winterschlaf gönnen sich höchstens unsere beiden Grizzly Bären auf Grouse Mountain - für uns eher weniger geeignet.

Seit letztem Wochenende aber gibt es eine valable Alternative und liegt auf über 1'000 m.ü.M und heisst Winterwunderland. Denn auf allen "local Mountains", sprich Grouse Mountain, Cypress und Seymour liegt Schnee. Seit Anfang Winter hat es bereits über einen Meter geschneit und die Resorts haben sich eine Challenge geliefert, wer als erstes den Skibetrieb aufnimmt. Mittlerweile sind alle drei offen (auch ohne künstliche Nachhilfe). Und da wir schon im Sommer die Skipässe für Grouse Mountain gekauft haben, wollen wir doch mal entdecken wie der Winter in Vancouver aussieht...

Gleich zweimal am gleichen Wochenende zieht es uns in die Höhe: einmal zum Schlittschuhlaufen mit heftigem Schneefall und einmal zum Skifahren (ebenfalls mit Schneefall). Und da es bereits um 16 Uhr dämmert, kommt die vor-weihnächtliche Stimmung mit den typisch amerikanischen Lichtdekorationen besonders gut zur Geltung: Keine Mühe wurde gescheut die umliegenden Tannen in Tannenbäume zu verwandeln :)

Und weil es eben schon so früh dunkel wird, ist auch Nachmittagskifahren bereits Nachtskifahren. Aus diesem Grund sind alle grossen Pisten beleuchtet und bis um 10 Uhr abends offen. Täglich. Schon von weitem leuchten mir die Pisten entgegen, wenn ich nach der Arbeit nach Hause fahre. Daher ist der Grouse Mountain auch bei Touristen besonders beliebt (und dementsprechend busy). Und das kann ich gut verstehen: Die Aussicht auf die Stadt bei Nacht ist grossartig.

Sven hilft fleissig mit den Neuschnee vom Eisfeld zu befördern. Sieht eher nach Sisyphus Arbeit aus: Kaum sind die Helfer auf der einen Seite fertig, schon ruft es auf der anderen Seite wieder nach Arbeit. Wir alle haben auf jeden Fall viel Spass durch den Neuschnee zu skaten, die Grenzen auszuloten und die Skates (ohne Risiko) auch mal zu Skis umzufunktionieren und die kleinen Hügel runterzufahren. 

Dank "Sport Swap" ist die ganze Familie recht günstig mit Skis, Skates und Skikleidern ausgerüstet. Hier wird eher nicht für die Saison gemietet, dafür gebraucht gekauft (und später wegen "zu klein" im selben Geschäft wieder verkauft) 

Null Sicht. Zum Glück sind wir zum Schlittschuhlaufen gekommen (und nicht zum Skifahren) 

Unsere farbenfrohe Gang. Nach ein - zwei noch etwas unsicheren Fahrten schon wieder zu Schabernack aufgelegt. Mit jeder Fahrt wird man übermütiger, bis schlussendlich auch Jaël in der Hocke die anderen Skifahrer überholt. Am Schluss musste dann Papa den Stecker ziehen: Die Noch-nicht-Teenager waren kaum mehr zu stoppen. Wie heisst es so schön? Ich weiss, ich wiederhole mich: Ziel erreicht :)

Der Greenway Chair bietet nicht gerade die anspruchsvollste Piste. Aber um die etwas verrosteten Ski- und Snowboardkünste wieder etwas aufzufrischen, reicht es allemal :)

Nov 6, 2016

Abenteuer, pur

Es war wieder einer dieser trüben Tage, wo das fiese Regenwetter stur im Lynn Valley hängenbleibt. Der regelmässige Leser dieses Blogs weiss ja schon ungefähr, was jetzt kommt: raus aus der warmen Stube. Vancouver bietet so viele Abenteuer - sie müssen nur "gepflückt" werden... ;)

Diesmal geht es wieder Richtung West Vancouver, genauer: zum Whytecliff Park in der Horseshoe Bay. Von früheren Picnics kannte ich noch eine "offene" Herausforderung: Es gibt da einen grossen Felsen, der nur über eine schmale Linie von grossen Steinen mit dem "Festland" verbunden ist. Je nach Ebbe/Flut befinden sich diese Steine mehr oder weniger im (oder eben: über dem) Wasser.


Wir starten also und die ersten 50 Meter sind auch kein Problem. Dann kommt eine grosse Lücke, wo die Steine tief im Wasser liegen und unsere Gummistiefel drohten zu (sinkenden) Gummibooten umfunktioniert zu werden. Ich blieb bei Jaël zurück, aber Sven hat die Herausforderung angenommen, kurzerhand die Stiefel und Socken entledigt und sich auf den (nassen) Weg gemacht.


Geschafft! :) Die aufmerksame Küstenwache beruhigt und abgewimmelt (im Hintergrund im Zodiac) und gerade noch vor den grossen Wellen der Fähre (ebenfalls im Hintergrund) wieder trockenen Boden erreicht.


Belohnt wird das gelungene Abenteuer mit Süssigkeiten im Dundarave Village (und einem feinen Latte und einer Rhabarber Tarte vom Bakehouse für Papa und Mamma). Ziel wieder einmal erreicht! :)

Nov 3, 2016

Klassischer Sonntagnachmittag Regenspaziergang

Dundarave Village, West Vancouver

Nach einem ausgiebigen Sonntag-Morgen-Brunch, zwei drei Runden Tutto spielen, zuviel Kaffee trinken und langsam ungeduldig werdenden Kids (nachdem sie zwei Stunden vergnügt und super ruhig Lego gespielt haben) heisst es: raus aus der warmen Stube. Wetter? Egal! Volle Montur, mit Regenhosen und -jacke, Gummistiefeln, Kapuze. Ziel? Frische Luft schnappen, ohne dass es nach einer "strengen" Wanderung riecht. Ort? Beach in West Vancouver. Was? Den Nach-einem-Sturm-und-hohen-Wellen-sehr-weichen-Sandstrand umwühlen und Sea Glass sammeln. Das sind in allen Farben leuchtende, vom Salzwasser und Sand abgeschliffene Glasscherben. Nach einer Stunde kehren wir durchnässt, unterkühlt, aber sehr glücklich über unsere gefundenen Schätze wieder heim. Ziel erreicht :)