Apr 24, 2016

The Chief

Nach dem ganz normalen Samstag, gab es heute den aussergewöhnlichen Sonntag! Und nicht nur der Züpfe wegen. Ok, die Züpfe war gut (ich weiss: Eigenlob stinkt für gewöhnlich) und mit einem feinen Frühstück ist die Basis gelegt für einen schönen, sonntäglichen Ausflug.

Wir fahren also eine Stunde nach Norden - Richtung Whistler. Kurz vor Squamish stoppen wir beim Shannon Falls Provincial Park. Die Fälle sind spektakulär und führen viel Wasser. Vom Parking Lot aus ist es nur ein kurzer Spaziergang: 

Shannon Falls aus nächster Nähe - Bild von Verena

Shannon Falls zum II.
Die Kinder wären mit diesem Spaziergang auch ganz zufrieden gewesen, die Eltern allerdings nicht... Denn auf der Karte haben wir noch ein anderes "Ziel" entdeckt: The Stawamus Chief im gleich nebenan liegenden Stawamus Chief Provincial Park:

The Chief (von unten...)
Ein Granit Brocken, wie wir ihn vorher nur im Yosemite Nationalpark gesehen haben. Und wirklich sehr ähnlich dem El Capitan (auch darüber haben wir berichtet). Auch hier sind die Kletterer diesem massiven Felsen ebenso angetan: über verschiedene 50 Routen sind dokumentiert.

Also machen wir uns auf den Weg - natürlich unter Protest der Jungmannschaft. Einem Bach entlang führt der Weg sehr steil nach oben. Die Treppenstufen sind mörderisch hoch. Und auch hier sind die Nordamerikaner kompromisslos: wie bei den Strassen, welche oft einfach gerade den Hügel hinaufführen ist auch diese Wegführung gradlinig. Zick zack gibt's nur selten...

Schon bald aber, auf ca. 400 m.ü.M. erreichen wir ein erstes Ziel: Wir kommen aus dem Wald heraus auf eine offene Plattform und geniessen die warme Frühlings-Sonne, die phänomenale Aussicht und ganz einfach die Pause:




Bei der Herkunft fuhren wir mit dem Auto auf dem Sea-to-Sky Highway 99 die ganze Zeit dem Meer, genauer genommen dem Howe Sound, entlang. Und von unten konnte man ja die "Grand Wall" sehen... Aber eben: von hier aus (noch) keine Aussicht aufs Meer...

Ich wäre ja kein echter Frutiger, wenn es da nicht noch ein klitzekleines Zusatzziel zu erreichen gäbe ;-)

Zuerst wollte ich alleine zu diesem Aussichtspunkt auf 600 m.ü.M. aufsteigen. Aber schlussendlich war die ganze Familie dabei. Und das erst noch freiwillig :-) Nach einem weiteren anstrengenden Aufstieg erreichen wir also das Endziel: die herrliche Aussicht über den Howe Sound.  


  

Der Absteig ging dann sehr flott und mit der Erholung und zunehmend besseren Beinen kamen (natürlich von Sven und Jaël) die ersten Ideen, wie man diese Tat zu belohnen hätte. Nach langem hin und her konnten wir uns einigen, den ersten, grossen Hunger direkt in Squamish zu stillen. Und am Abend, quasi zur Feier des Tages, bei "unserem" indischen Restaurant ein feines Butter Chicken zu essen. Gesagt getan...

PS: Der grosse Hunger wurde im Zephyr Cafe gestillt: mit einem kulinarisch unglaublichen Mix von Chicken Burger, Breakfast Bagel und Cinnamon Roll. Aber die ganze Familie war überaus glücklich damit!

Apr 23, 2016

Rhythmus

Auch hier kehrt so langsam aber sicher der Alltag ein: Ein "normaler" Samstag in Vancouver unterscheidet sich nicht stark von denjenigen damals in Bern: Lebensmittel einkaufen (zu Fuss gleich um die Ecke im Lynn Valley Center), Wäsche waschen (in der Küche (!) dafür inklusive Tumbler...), putzen, usw.

Allerdings gibt es auch die etwas anderen, eher speziellen Tätigkeiten zu erledigen, wie zum Beispiel Wasser von der Quelle besorgen und abkochen (ich habe darüber berichtet). Heute waren es insgesamt mehr als 20 Liter, was für eine knappe Woche reicht. Die Quelle ist immer gut besucht - am Wochenende trifft man regelmässig Leute, welche noch viel grössere Kanister abfüllen.

Analog der KaWeDe gibt es an der North Shore viele sogenannte Recreation Center. Mit Schwimmbad, Fitness Center, Hockey und manchmal auch Indoor Skate Park. Wegen dem trüben Wetter mit Nieselregen haben wir heute das Wellenbad des Karen Magnussen Community Recreation Center besucht. Sehr zur Freude von Sven und Jaël. Eintritt pro Person: $2.84. Und keinen Cent mehr ;-) Es war ein tolles Erlebnis!

Sorry folks, dieser kleine Anhang muss noch sein: Hab mich wieder mal mit Züpfe backen versucht, was immer ein bisschen tricky ist, mit Rezepten die Mengen in Cups (Tassen) angeben, getrockneter Hefe und einem Backofen, den man noch nicht so gut kennt. Aber ich hab ja noch das Original-Rezept - Tiptopf sei Dank. Und das Resultat lässt sich sehen und macht uns alle gluschtig. Ich freue mich :-)


Leider kann ich euch im Berner Oberland nicht mehr so einfach damit überraschen. Wir wünschen euch trotzdem einen schönen Sonntag mit einem feinen Brunch! Und wer diese Weltklasse Züpfe wieder Mal selbst ausprobieren will, hüpft am besten in ein Flugzeug nach YVR ;-) bis bald...

Apr 10, 2016

Biken an der North Shore

Kleine Warnung im Voraus: verzeiht mir diesen etwas euphorischen Post. Wer sich dem Mountain Biken nicht so zugesprochen fühlt, darf ihn ruhig überspringen... :-)

7th Secret, Expresso, Ladies Only, Upper Oilcan oder Pipeline sagen dir nichts? Keine Sorge, ich habe auch gerade erst begonnen diese Namen kennen zulernen.

Es sind die Bike Trails an der North Shore von Vancouver, welche diese ausgefallenen Namen tragen. Hier ein Ausschnitt der Trails am Mount Fromme. Die Trails starten quasi hinter meiner Haustüre. Trailforks schreibt: "Mount Fromme is considered as the crown jewel of the Shore". Und das ist nicht zu tief gegriffen:

Was ich bisher an Trails gefahren bin, lässt jedes Freerider Herzen höher schlagen: Die ganze Bandbreite ist verfügbar, von flowigen Trails mit kleineren Sprüngen und vielen Anlegerkurven, zu steilen und felsigen Passagen mit vielen Stufen und Drops, Singletrails im Wald zwischen engen Bäumen hindurch, bis hin zu grossen Sprüngen, Drops & Tables und wohl dem markantesten und evtl. auch berühmtesten Element der North Shore: den vielen Holzstegen resp. -Leitern in jeder Form und Ausprägung. Viele sind aus der Not entstanden, schlammige Pfützen, Bäche oder umgefallene Bäume zu überqueren. Andere einfach aus purer Freude am Biken: es gibt komplette Steilwandkurven, Rollercoaster, Verbindungsstücke zwischen grossen Steinen resp. extrem steile "Hilfen", um von den Steinen wieder herunter zu kommen. Manchmal sind sie breit genug für entspanntes Fahren und manchmal sind sie so schmal, dass das Fahren zu einem richtigen Balanceakt wird.

Leider habe ich noch keine eigenen Bilder, aber diese werde ich sicherlich bald nachliefern. Google liefert in der Zwischenzeit einige Beispiele...

Dieses Wochenende war ich noch ein letztes Mal mit meinem "Acefactory" Bike unterwegs. Und es hat immer noch Spass gemacht. Die RockShox Totem ist eine geniale Gabel, ich liebe dieses weiche Ansprechverhalten, aber sie ist halt doch etwas schwer. Zudem man merkt dem Bike das Alter resp. die vielen Fahrten in ruppigem Gelände an... Immerhin war ich mit demselben Bike viermal (2011 - 2014) am Trek Bike Attack in der Lenzerheide und letztes Jahr noch am GrischaTrail RIDE. Darum:

Rest in peace - grünes Froggy. Du hast mir während fast fünf Jahren sehr gute Dienste geleistet:

Trek Bike Attack, Lenzerheide, 2014
Nun ist es Zeit für neuen "Gear". Gerade ist mein neues 2016er YT Capra geliefert worden. Seit Jahren träume ich davon, dieses Bike zu fahren. Nun, da YT Industries auch einen Ableger in Kanada haben, habe ich mir den Traum erfüllt. Die erste Fahrt steht noch aus. Das Bike wurde in einer Box geliefert und muss noch zusammen geschraubt werden. Ein Erfahrungsbericht folgt bestimmt - falls ich zukünftig nicht alle Freizeit auf dem Bike verbringen werde. Und die Gefahr besteht, dass dies zu einem Bike Blog wird ;-) Stay tuned...